Gepostet von Marc am 03-02-2010 14:49
Bundeskanzlerin Angela Merkel ehrte am Dienstag in Berlin den FSV Havelberg 1911 André Gerdel: Größter Erfolg seit 1962
Havelberg (dh). Bronze, Silber, Gold. Zu letztgenanntem Edelmetall hat es für den Fußballsportverein (FSV) Havelberg am Dienstag bei der Auszeichnungsveranstaltung für die „Sterne des Sports 2009“ in Berlin nicht ganz gereicht. Trotzdem gingen die im Land Sachsen-Anhalt mit dem „Großen Stern des Sports“ in Silber geehrten Fußballer aus der Domstadt beim Bundesfinale nicht leer aus.
„Sie alle können sich heute als Sieger fühlen“, wandte sich Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein (ZDF) zu Beginn des Festaktes in der DZ Bank am Brandenburger Tor an die Vertreter der 17 Vereine aus ganz Deutschland, die sich als jeweilige Landessieger – in Baden-Württemberg gab es gleich zwei – für die Finalveranstaltung qualifizierten. „Sie alle hätten es verdient, den ,Großen Stern des Sports‘ in Gold mit nach Hause zu nehmen, aber leider gibt es nur einen ersten Preis.“
Den ersten Beifall der zahlreichen Gäste im Saal erntete der FSV Havelberg. Denn er wurde von den auf den Rängen 10 bis 17 gesetzten Vereinen als erster zur Auszeichnung auf die Bühne gebeten. Ein Sprecher stellte dazu das Projekt der Domstädter „school meets football“ vor. Dieses baut auf einer Fußballmeisterschaft der Klassenstufen 1 bis 4 aus allen Grundschulen des ehemaligen Kreises Havelberg auf (die Volksstimme berichtete). Auf einer Videoleinwand wurden Fotos von den ersten beiden Veranstaltungen in den Jahren 2008 und 2009 eingeblendet.
Vereinsmanager André Gerdel, der die Hauptarbeit der Bewerbung des FSV für die „Sterne des Sports“ leistete, ließ sich von Bundeskanzlerin Angela Merkel, welche die Ehrung zusammen mit dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Thomas Bach und dem Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) Uwe Fröhlich vornahm, die Hände schütteln. Außerdem erhielt er eine große Urkunde für die erfolgreiche Teilnahme am Bundeswettbewerb und einen Scheck in Höhe von 1000 Euro für die Vereinsarbeit.
Zuvor hatte Angela Merkel die Arbeit der Sportvereine und ihrer ehrenamtlichen Helfer als wichtige Stütze der Gesellschaft gewürdigt: „In Deutschland engagieren sich sage und schreibe 8,7 Millionen Menschen ehrenamtlich in rund 91 000 Sportvereinen“, sagte sie. Sie tragen dazu bei, auch Werte zu vermitteln, die weit über die Sportausbildung hinausgehen.“ Und DOSB-Präsident Thomas Bach erklärte: „Die Auszeichnung ,Sterne des Sports‘ steht für die große Vielfalt des Sports und die Bereitschaft der Vereine, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.“ BVR-Präsident Uwe Fröhlich lobte den beispielhaften Einsatz der Vereine. „Das fest verankerte bürgerschaftliche Engagement der Sportvereine ermöglicht erst solche Projekte, von denen nicht nur der Wettbewerb ,Sterne des Sports‘ lebt. Ehrenamtliche Leistungen sind ein nicht zu unterschätzender Beitrag für das deutsche Gemeinwesen.“
„Dass wir es beim Finale in Berlin mit unserem Projekt ,school meets football‘ nicht auf einen einstelligen Platz geschafft haben, ist kein Beinbruch. Wir sind trotzdem unglaublich stolz über unser Abschneiden bei den ,Sternen des Sports‘. Der Sieg auf Landesebene war schon weit mehr, als wir zu träumen gewagt hätten“, kommentierte FSV-Vorsitzender Hartmut Wildermuth am Dienstagabend die erstmalige Teilnahme seines Vereins an dem Wettbewerb. Der „Große Stern des Sports“ in Silber sei eine Verpflichtung für den Verein, „die Arbeit auf dem erfolgreich eingeschlagenen Weg fortzusetzen“, bekräftigte der Vorsitzende. Unter anderem sehe er darin die Aufgabe, „school meets football“ in den kommenden Jahren nicht nur fortzusetzen, sondern mit neuen Ideen immer noch ein Stückchen attraktiver zu machen. Die Vorbereitungen für die Veranstaltung in diesem Jahr laufen übrigens bereits auf Hochtouren.
Vereinsmanager André Gerdel vergleicht den jüngsten gesellschaftlichen Erfolg des FSV Havelberg mit dem bisher größten sportlichen Triumph aus dem Jahr 1962. In diesem wurden die Fußballer der damaligen BSG Traktor Havelberg – später Einheit Havelberg und danach FSV – sensationell DDR-Pokalsieger im Wettbewerb „Goldener Traktor“. Über 5000 „Traktor“-Mannschaften aus der ganzen Republik hatten in dem Jahr den Wettstreit um die Trophäe aufgenommen.
„Ich bin überglücklich, dass wir es bei den ,Sternen des Sports‘ bis zur Abschlussveranstaltung nach Berlin geschafft haben“, meinte André Gerdel nach der Ehrung. „Dabei sein, ist alles. Die Platzierung – wir belegen am Ende einen von acht 10. Plätzen – spielt für mich am Ende keine Rolle. Viel wichtiger ist, dass sich der FSV Havelberg 1911 mit der Finalteilnahme in ganz Deutschland einen guten Namen gemacht hat. Das ist der schönste Lohn, den wir in dem Wettbewerb bekommen konnten. Darauf lässt sich weiter aufbauen.“
Ein stolzes Gesicht hatte in Berlin auch das Mitglied des Bundestages Katrin Kunert (Die Linke) aus Stendal aufgesetzt. „Ich bin natürlich sehr erfreut darüber, dass ich hier einem Verein aus meinem Wahlkreis zu dem großartigen Erfolg gratulieren kann. Ich habe bei der Bundestagswahl wohl doch den besten Wahlkreis in Sachsen-Anhalt abbekommen“, zeigte sich die Bundespolitikerin recht locker.
„Es ist prima, dass die 1000 Euro Prämie vom Finale in Berlin in die Jugendabteilung des FSV fließen“, findet Jermyn Dreisow, 15-jähriger Kicker aus der B-Jugend-Mannschaft des FSV Havelberg. Wenn er darüber verfügen könnte, würde er das Geld in einen Satz Trainingsanzüge für sein Team investieren. „Damit wir uns als einziges Landesligateam des FSV auch einheitlich präsentieren können“, wünscht er sich. Denn eine solche Ausrüstung für einheitliches Auftreten in Auswärts- und Heimgefilden fehlt der Mannschaft bislang noch.
Allerdings werde eine solche Ausstattung auch künftig nur mit Hilfe von Sponsoren möglich sein, macht Hartmut Wildermuth deutlich. Die bei den „Sternen des Sports“ erhaltenen Prämien – insgesamt handelt es sich um rund 4000 Euro – würden für die Absicherung des Spielbetriebes im Nachwuchsbereich, für den Kauf neuer Trainingsmaterialien und für Veranstaltungen wie „school meets football“ benötigt. Und nicht zuletzt auch für die Teilnahmen von Jugendteams des FSV an internationalen Turnieren in diesem Jahr. Die D- und die C-Junioren fahren nach Polen, die B-Junioren nach Spanien.
Infos: FSV gehört zu den 17 besten aus insgesamt 2500 Sportvereinen
- Die „Sterne des Sports“ werden seit sechs Jahren auf regionaler, auf Landes- und auf Bundesebene vom Deutschen Olympischen Sportbund und von den Volksbanken und Raiffeisenbanken verliehen.
- Der Wettbewerb umfasst zehn Kategorien von Gesundheits-, Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen über Angebote für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren bis zur Förderung der Leistungsmotivation.
- Der Preis „Großer Stern des Sports“ in Gold ist am Dienstag in Berlin an den Polizeisportverein Saar (Saarland) verliehen worden. Auf Platz 2 kam der TuS Ellern (Rheinland-Pfalz), auf Platz 3 der Sporttreff Karower Dachse (Berlin).
- Auf Landesebene haben sich 80 Vereine um die „Sterne des Sports“ 2009 beworben, bundesweit waren es mehr als 2500 Sportvereine.
- Die Volksbank Rathenow begleitete den FSV Havelberg 1911 auf ihrem Weg über die regionale und die Landesebene bis hin nach Berlin. Neben dem Vereinsvertreter André Gerdel bekam so auch Bernd Knust von der Volksbank Rathenow einen Ehrenplatz im Festsaal der Berliner DZ Bank.
- Zu den Gästen der Auszeichnungsveranstaltung in Berlin gehörten neben André Gerdel noch weitere FSV-Akteure: Marc Stamer, Thomas Pantel und Vereinsbeirat Martin Grunwald.
Fotos von D. Haase (Volksstimme):

von links: Marc Stamer (FSV), Martin Grunwald (FSV), Bernd Knust (VB RN), Janine Fode (VB RN), André Wiedenhöft (VB RN), André Gerdel (FSV), Thomas Pantel (FSV), MdB Katrin Kuhnert (DIE LINKE), Lothar Finzelberg (Vizepräsident LSB Sachsen-Anhalt)



Fotos von F. Löper (LSB Sachsen-Anhalt):




Fotos von Th. Pantel (FSV):














von links: André Gerdel (FSV), Fanny Rinne (Hockey-Olympiasiegerin und Jury-Mitglied, Thomas Pantel (FSV), Dr. Thomas Bach (DOSB-Präsident und IOC-Vizepräsident), Martin Grunwald (FSV), Marc Stamer (FSV), Janine Fode (VB RN)



TITELSEITE VOLKSSTIMME 03.02.2010

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